[Rezension] Handlettering: Schöne Schriften Schritt für Schritt - Katja Haas


Kleine Kunstwerke aus Buchstaben und Wörtern - von Hand mit Liebe geschrieben und gezeichnet. Hand-Lettering ist eine kleine Auszeit mit Stift und Papier. Über die verschiedenen Schriftarten, Materialien, alle Basics und mit praktischen Tipps und Tricks zur Gestaltung führt Katja Haas in die Kunst der schönen Schriften ein. 
{ Quelle: Lingen Verlag }
Heute habe ich mal eine etwas andere Rezension für euch. Es geht nicht um einen Roman, eine Biographie oder einen spannenden Thriller, sondern eine Art Bastelbuch, im Bereich der Kalligraphie. Kalligraphie ist die Kunst des schönen Schreibens und geht auch das sogenannte Handlettering. Ich selbst habe auf Instagram schon oft die wundervollen Kunstwerke bestaunt, die oft mit nur wenigen Handbewegungen aufs Papier gezaubert wurden.

Nach dem Lesen von "Handlettering" habe ich meinen allerersten Versuch gewagt und ich war wirklich überrascht. Zwar war er nicht perfekt, aber wie sagt man so schön, es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Hier seht ihr meine ersten Schriftversuche:


Das Tolle an dem Buch ist, dass Katja Haas motiviert einfach mal loszulegen und auszuprobieren. Sie führt an, wie es funktioniert aber lässt dem Leser Platz für Ideen und Raum zum Ausprobieren. Gerade die wichtigen Basics macht sie aber genauer durch und hat mir richtig gut gefallen. Meine ersten Versuche (siehe Bild oben) habe ich schon fünfzehn Minuten nach dem Aufschlagen des Buches gemacht.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Handlettering auszuprobieren und etwas zu lernen, was ich zuvor noch nie ausprobiert habe. Zwar benutze ich Schrift tagtäglich - wenn ich in der Uni mitschreibe, zuhause eine To-Do-Liste schreibe oder einen Blogpost plane - aber ich habe noch nie so bewusst darauf geachtet wie sehr man sie eigentlich varieren kann. Und nun ertappe ich mich ständig, dass ich neue Schriften ausprobiere und ein Wort in verschiedenen Arten schreibe um zu sehen, welche mir am Besten gefällt. Ich kann nur sagen, dass ich dank Katja Haas Buch das Handlettering für mich entdeckt habe und auch weiterhin als Hobby gerne machen möchte. Es ist entspannend und eine kreative Art sich die Zeit zu vertreiben und das praktische ist, man kann es überall machen. Ihr solltet mal meine Uni-Notizen der letzten beiden Wochen sehen. Die Ränder sind voller Kalligraphie-Übungen und Schnörkel geschmückt.

Mein erstes Handlettering-Zitat {Quelle: The peculiar life of a lonely postman}


Mit diesem Buch habe ich schnell Zugang gefunden in die kreative Welt des Handlettering und ich habe in diesem entspannenden Zeitvertreib ein neues Hobby gefunden. Die Anleitungen sind einfach, klar verständlich und das Buch mit Liebe gestaltet. Ich kann es wirklich nur weiterempfehlen!
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank geht an und den Lingen Verlag! 

[Buchvorstellung] Orenda + Die Legende des schwarzen Hengstes

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch zwei Bücher vorstellen, von denen ich glaube, dass sie euch interessieren könnten. Beides sind Werke von Serena Dumont. 


Habt ihr euch schon einmal vorgestellt, was passieren würde wenn Träume Wirklichkeit werden?
Orenda ist ein Land voller Magie und Zauber, zumindest war es einmal so...
Jetzt sind die magischen Wesen verschwunden; so lange, dass sich die Menschen nicht einmal an ihre Geschichten erinnern. Der Gute Zauber verschwindet, während dunkle Mächte Angst und Schrecken über das Land bringen und niemand scheint in der Lage sie aufzuhalten.
Doch dann wird ein Mädchen aus ihrer Welt gerufen um Orenda zu retten... denn jede Welt hat ihre Schatten, die Frage ist nur ob man mutig genug ist sich ihnen entgegen zu stellen.
Schafft sie es die schwarze Magie zu bezwingen und dem Land seinen Zauber zurück zu bringen?

*Zur Leseprobe*

 Welches Mädchen träumt nicht von ihrem eigenen schwarzen Hengst? 
     Wild und unzähmbar, der niemanden an sich ran lässt - außer seine Auserwählte.
     Doch in diesem Pferd steckt noch mehr, denn er verbirgt eine Jahrhunderte alte Legende in sich.
      
Cassie steht ein Sommer voller Abenteuer und neuer Freunde bevor, auch wenn es im ersten Moment nicht so aussieht: Ihre Freundin verlässt sie kurzfristig um ihre Ferien auf einer Ranch im wilden Kanada zu verbringen und Cassie bleibt allein daheim zurück. Ihre heißgeliebten Sommerferien drohen ins Wasser zu fallen, denn sie könnte sich etwas schöneres vorstellen als Babysitter für Ferienkinder zu spielen.
Doch als ein geheimnisvolles schwarzes Pferd erscheint, wird sie in etwas Unglaubliches hineingezogen denn das Pferd lässt sie tief in seine  Legende eintauchen... 
 
 
 

[Rezension] Das Verbrechen:Die wahre Geschichte der spektakulärsten Mordserie Amerikas - David Grann


 In den 1920ern hatten nicht die Bewohner von New York oder Paris das höchste Pro-Kopf-Einkommen: die reichsten Menschen der Welt waren die Osage-Indianer im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma. Das karge Land, das ihnen als Reservat zugewiesen worden war, barg gigantische Ölvorkommen, die ihnen ein Leben in ungeahntem Luxus ermöglichten. Doch der Reichtum brachte den Osage kein Glück: Eine mysteriöse Serie von Morden nahm ihren Anfang, der schließlich mehr als 300 Stammesmitglieder zum Opfer fallen sollten – sie wurden vergiftet, erschlagen oder erschossen.
Die Osage-Morde wurden zum ersten großen Fall für das noch junge FBI. Doch Korruption und Geldgier hatten auch hier bereits Einzug gehalten. Erst einer Gruppe von Undercover-Agenten gelingt es schließlich, diese wohl finsterste und spektakulärste Mordserie in der Geschichte der USA aufzuklären.
{ Quelle: btb Verlag } 

 David Grann schildert in seinem Sachbuch den ersten Falls des Federal Bureau of Investigation, kurz FBI. Dabei handelt es sich um die grausamen, finsteren Osage-Morde die sich im Bundesstaat Oklahoma abspielten. Da es zur damaligen Zeit sehr viel Korruption gab, gelang die Aufklärung des Verbrechens erst, als sich das FBI einschaltet.

Als ich das Buch erhalten habe, war ich zuerst doch ein wenig erschocken, dass es dicker ist als erwartet. Schon nach wenigen Seiten merkt man, dass David Grann mit seiner Wiedergabe der Ereignisse, die den Osage-Stamm vor vielen Jahren erschütterte, weit ausholt. Ich fürchtete, mich vor seitenfüllenden, unspannenden Details. Umsonst. Denn schon wenige Seiten später, konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen, da ich bereits tief in der amerikanischen Geschichte versunken war.

Man merkt schnell, dass David Grann genau versteht, wovon er schreibt und das hinter jedem Kapitel eine Menge ausgezeichneter Recherchearbeit steckt. Eine Arbeit die sich, wie ich finde, absolut gelohnt hat! Statt es aber wie ein Geschichtebuch klingen zu lassen, wandelt er es in eine spannende Erzählung um, bei der meine Augen an den Seiten klebten. Besonders gefallen hat mir auch die Dreiteilung des Buches. Zuerst berichtet er von den Osage-Frauen, danach verfolgt man die Geschichte aus der Sicht eines FBI-Mannes und den letzten Part zeigt den Autor selbst wie er Jahre später versucht so viele Informationen wie möglich über die Osage-Morde zu sammeln.

Das Buch liest sich stellenweise mehr wie ein spannender Kriminalroman, da man selbst miträtselt wer hinter den Morden stecken könnte. Außerdem war ich mehr als schockiert, wie korrupt die Polizeigewalt damals war. Gerechtigkeit stand immer hinter dem finanziellen Gewinn. Untermalt wurde die geschichtliche Erzählung mit Bildern, die meisten davon von betroffenen Mitgliedern des Osage-Stammes. Der Autor geht in seinem Buch nämlich auch sehr stark auf einige Menschen ein, so dass ich zu einigen von ihnen eine starke Beziehung aufbauen konnte und viel über sie nachgedacht habe. Generell hat mich das Buch sehr zum Nachdenken angeregt und mich tief betroffen gemacht. Ein ausgezeichnetes Buch! 

 Das fesselndste Sachbuch das ich seit langem gelesen habe! David Grann versteht es den Leser in den Bann zu ziehen und ein wichtiges Stück amerikanischer Geschichte detailreich und doch spannend zu erzählen. Sehr empfehlswert, insbesondere für Geschichtsinteressierte und Krimifans!
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank geht an den btb Verlag!

[Rezension] Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte - Salman Rushdie


 Salman Rushdie erzählt in seinem neuen Roman eine zeitlose Liebesgeschichte in einer Welt, in der die Unvernunft regiert.
Dunia, die Fürstin des Lichts, verliebt sich in den Philosophen Ibn Rush und zeugt mit ihm viele Kinder, die in die Welt hinaus ziehen. Ibn Rush gilt als Gottesfeind, sein Gegenspieler ist der tiefgläubige islamische Philosoph Ghazali. Die Geister der beiden geraten in Streit. Der Kampf des Glaubens gegen die Vernunft beginnt und entfacht einen so furchtbaren Sturm, dass sich im Weltall ein Spalt öffnet, durch den die zerstörerischen Dschinn zu uns kommen. Die Existenz der Welt steht auf dem Spiel. Dunia entschließt sich, den Menschen zu helfen.
Mit großer Fabulierlust verwebt Salman Rushdie Märchenwelten mit unserer heutigen Wirklichkeit. Rasant, komisch und absolut hinreißend, denn Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte ergeben genau tausendundeine Nacht.
[ Quelle: Penguin Verlag ] 

Es geschehen seltsame Dinge in New York, die sich mit Logik nicht mehr erklären lassen. So schwebt etwa ein Gärtner einige Zentimeter über dem Boden. Oder das Monster eines Graphic-Novel-Designers erwacht zum Leben. Grund dafür ist die Dschinn-Prinzessin Dunia.

Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da ich bereits sehr viel Gutes über den Autor Salman Rushdie gehört habe. Außerdem liebe ich die Verbindung von Märchen und Realismus, die sich in seinen Büchern wiederfindet. Leider verflog meine anfängliche Vorfreude schnell, da ich das Buch schon nach wenigen Kapiteln wieder zur Seite legte und für zwei Tage nicht aufnahm. Es zog mich einfach nicht an. Schließlich nahm ich es in den Pausen immer zur Hand und hoffte, dass es mich doch noch packen würde. Leider nicht. Ich habe es fertig gelesen, aber eher gezwungenerweise als mit wirklicher Lesefreude.

Die Idee die Salman Rushie verfolgt ist das ganze Buch über spürbar und sie war wohl auch das was mir am besten gefallen hat. Gemeinsam mit seinen interessanten Gedanken, die sorgsam in die Geschichte eingewebt wurden. Demzufolge erinnerte mich das Buch an einen kostbaren persischen Teppich, den man mit glitzernden Augen bewundert. Was mir aber bei dem Buch sehr gefehlt hat war die emotionale Nähe zu den Charakteren. Sie fühlten sich für mich wie leere Puppen an, wie Schachfiguren die der Autor auf seinem Spielbrett hin und her schiebt. Ich fand zu niemandem Zugang und somit fehlten beim Lesen einfach die Emotionen. Das fand ich sehr, sehr schade!

Zudem fehlte mir der Schwung in der Geschichte. Es geht immer so dahin, aber es kommt nie wirklich zu einem Höhepunkt der mich gespannt mitfiebern lässt. Das machte das Verfolgen der Handlung langweilig. Die schöne Sprache hat das für mich wieder etwas erträglicher gemacht, da man sich, wenn schon beim Plot nichts passiert, zumindest auf die wunderschön geformten, oft über mehrere Zeilen gehenden, Sätze von Salman Rushdie konzentrieren konnte. Rundum aber war es für mich eher anstrengend als unterhaltsam das Buch zu lesen. Ich werde den Autor nicht gleich verwerfen, da mich seine Sprache durchaus bezaubert hat, aber mit diesem Buch konnte ich mich leider gar nicht anfreunden.
Auch wenn Salman Rushdie mit seiner wunderschönen, außergewöhnlichen Sprache überzeugt, so war es für mich doch eher ermüdend das Buch zu lesen da die Handlung einfach nicht sehr aufregend gestaltet war und mir die emotionale Nähe zu den Charakteren fehlte. 
2/5 Sterne

Mein herzlichster Dank geht an den Penguin Verlag!

[Rezension] Magonia - Maria D. Headley

 
 Seit sie klein ist, leidet die 16-jährige Aza an einer seltsamen Lungenkrankheit, die ihr ein normales Leben unmöglich macht. Als sie eines Tages ein Schiff hoch in den Wolken erspäht, schiebt sie das Phänomen auf ihre akute Atemnot. Bis jemand auf dem Schiff ihren Namen ruft ...

Nur ein Mensch glaubt ihr diese Geschichte: ihr bester Freund Jason, der immer für sie da war, den sie vielleicht sogar liebt. Aber gerade als sie versucht, sich über die neuen tiefen Gefühle zu Jason klarzuwerden, überstürzen sich die Ereignisse. Aza meint zu ersticken – und findet sich plötzlich in Magonia wieder, dem Reich über den Wolken. Dort ist sie das erste Mal in ihrem Leben nicht mehr krank, sondern stark und magisch begabt. In dem heraufziehenden Kampf zwischen Magonia und Azas alter Heimat, der Erde, liegt das Schicksal aller mit einem Mal in Azas Händen … 
[ Quelle: Heyne fliegt Verlag ] 

Aza hat seit ihrer Geburt mit einer seltsamen Lungenkrankheit zu kämpfen, welche die Ärzte in Staunen versetzt. Sie ist der einzige Mensch auf der Welt der darunter leidet und die Krankheit wurde sogar nach ihr benannt. Azas Lunge kommt mit der Luft einfach nicht zurecht und schon seit ihrer Geburt steht für die Ärzte fest, dass das Mädchen keine großen Lebenschancen hat. Doch bevor Aza ihren sechzehnten Geburtstag erlebt, geschieht etwas Außergewöhnliches. Plötzlich findet sie sich zwischen Vögelmenschen wieder, die in einem Schiff den Himmel durchqueren und sie, Aza Ray Boyle, soll die Kapitänstochter sein.

Ein Schiff im Himmel. Was für eine tolle Idee! Der Klappentext hat mich schon sehr neugierig gemacht und ich war gespannt wie es sein würde Aza durch ihr Abenteuer zu folgen. Tatsächlich wurde ich von dem World-building sogar überrascht. Die Autorin beschreibt nicht nur ein Schiff im Himmel, sondern ein ganzes Leben dass sich dort oben abspielt. Die Welt die sie beschreiben hat zeugt von großer Originalität und ich war durchwegs begeistert. Es war interessant zu sehen, das Fantasywelten nicht immer düstel und unheimlich sein müssen, sondern auch eine gewisse Schönheit besitzen.

Zu Aza konnte ich schnell eine tiefe Beziehung aufbauen, da sie ein Mädchen ist mit dem ich mich privat wohl auch anfreunden würde. Sie ist humorvoll, freundlich und gegeben durch die gesundheitlichen Umstande auch etwas bissig. Sie ist ein interessanter Charakter, den ich gerne näher kennengelernt habe und von der ich hoffe auch im zweiten Band noch viel mehr zu erfahren. Die Wandlung die sie in diesem Buch vollzogen hat fand ich sehr spannend zu verfolgen.

Leider kann ich dem Buch nicht fünf Sterne geben, da mir die Spannung zwischendurch zu sehr abgesunken ist. Der Anfang hat mich durch Azas gesundheitliche Situation sehr bewegt, danach lernte ich die Menschen im Himmel kennen, doch dann fehlte mir ein wenig der Schwung in der Geschichte. Leider mochte ich auch Azas Freund Jason nicht sehr gerne. Man merkt dass die Autorin versucht hat die Charaktere außergewöhnlich zu machen, doch ich fand Aza außergewöhnlich genug, so dass mir Jasons "Andersheit" eher gewollt vorkam, als natürlich. Am Ende nahm das Buch wieder an Fahrt auf und ich fieberte mit. Die letzten Seiten haben mich wieder sehr berührt und ich freue mich auf die Fortsetzung!

Ein außergewöhnliches, erfrischend anderes Fantasybuch! Zwischendurch hat das Buch etwas nachgelassen, aber Anfang und Ende konnte mich mitreißen und begeistern. Für den kleinen "Durchhänger" ziehe ich ein Sternchen ab, doch ansonsten fand ich das Buch wrklich schön. 
4/5 Sterne

Mein herzlichster Dank geht an den Heyne fliegt-Verlag für das Rezensionsexemplar!